Erfahrungsbericht Saal-Digital Fotobuch: Besser geht‘s nicht

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Hier der Link zum Blättern im fertigen Fotobuch „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Seit dem 9. Juli 2016 gibt es bei Saal Digital die Aktion „Tester gesucht: Große Fotobuchaktion mit Saal Digital“. Man muss sich bewerben mit einer Idee für das Fotobuch und erhält dafür einen 40 Euro Fotobuchgutschein. Die Gegenleistung dafür ist ein Erfahrungsbericht, den man an Saal Digital schickt und auf seiner eigenen Webseite oder in einem Blog veröffentlicht.

Erfahren habe ich von der Aktion über das Netzwerk Fotografie /Nikon Community. Dort bin ich Mitglied im Nikon-Club und diskutiere hier mit Menschen, die gleiche Interessen haben um meine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern. Im Nikon-Club veröffentliche ich auch Rezensionen von Fotobüchern.

 

(Die Fotos hier zur Illustration sind aus dem Fotobuch)

Ergänzung am 20.4.2017: Bitte auch das lesen.

Der Ablauf

Nach kurzer Überlegung habe ich mich entschieden bei der Aktion mitzumachen. Ein Thema für mein Buch hatte ich gefunden und gute Fotos dafür hatte ich genug. Am 11.7. habe ich mich beworben. Mein Fotobuch sollte heißen „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und Fotos von Menschen zeigen, denen ich auf meinen Reisen durch die Welt begegnet bin und im Bild festgehalten habe. Zu den Ländern gehören u.a. Indien, China, Thailand, Kambodscha, Russland, Kenia. Am gleichen Tag kam die Rückmeldung mit dem Gutscheincode, der 14 Tage gültig ist, also musste ich vor dem 25.7. mit meiner Arbeit fertig sein.

Jetzt konnte ich loslegen.

Etwas war mir bei der Bewerbung aufgefallen: Jeder der bei Saal-Digital ein Fotobuch (zum ersten Mal?) bestellt, bekommt dafür einen 15 Euro Gutschein. Mein Gutschein war also in Wirklichkeit nur 25 Euro mehr als ich ohnehin bekommen hätte. Dafür muss man dann schon einiges leisten, dachte ich mir. Es hätte auch ein bisschen mehr sein können für die Arbeit, den Erfahrungsbericht zu schreiben.

Um den Ablauf bis zum fertigen Buch hier kurz zu Ende zu bringen: Am 20.7. habe ich das Buch bestellt und die Dateien hochgeladen. Zwei Tage später, am 22.7. war das fertige Buch in meinen Händen. Das ist absolut hervorragend und ich kann es vorweg nehmen: Ich bin von dem Ergebnis begeistert!

Das Format

Damit das aber auch alles so funktioniert, ist für die Gestaltung eines Fotobuches schon etwas Aufwand nötig. Mein Ziel war es, mit dem Fotobuch möglichst an die Gestaltung von gedruckten Bildbänden heran zu kommen. Die meisten der Bildbände, die ich besitze sind quadratisch und im Format 28 x 28 cm. Auch hatte ich vorher schon zwei Fotobücher genau in diesem Format bei anderen Unternehmen erstellen lassen. Meine Wahl fiel also wieder auf dieses Format. Ebenfalls sollte es ein Hardcover-Buch sein.

Die Software

Die nächste Entscheidung, die zu treffen war: Mit welcher Software erstelle ich das Buch? Meine bisherigen Fotobücher hatte ich mit Magix Xara Designer Pro X erstellt. Hier stellt man das Fotobuch in der eigenen Software – mit allen Freiheiten, die sie bietet – zusammen und liefert an Saal-Digital eine fertige PDF Datei. Die Alternative ist, die Saal-Design Software zu verwenden. Die wollte ich anschauen und sehen, wie es funktioniert.

Die Software ist schnell heruntergeladen und ebenso unproblematisch installiert. Ich nutze Windows 10 auf meinem Rechner. Die Software läuft auch auf dem Mac. Linux-Anwender können zurzeit nur fertige PDF-Dateien hochladen.

Auf der Saal-Digital Webseite gibt es ein kurzes Video, das in die Software einführt. Ich habe es nicht wirklich gebraucht. Die Software ist für einigermaßen erfahrene Nutzer selbsterklärend.

Sie bietet für das jeweils gewählte Buchformat zahlreiche Vorlagen zur Seitengestaltung, das heißt: Wie ordne ich meine Fotos auf der Doppelseite an. Die Kombinationen sind nahezu unendlich und dann letztlich eine Entscheidung des Fotografen.

Ich habe keine der Vorlagen genutzt. Mir sind sie alle irgendwie zu verspielt und zu „schräg“. Hier habe ich mich wieder an den guten Bildbänden der Profis orientiert und geschaut, wie dort die Bilder platziert und zusammengestellt sind. Wer unbedingt ein Fotobuch eines Kindergeburtstags oder einer Hochzeit mit den vorhandenen Vorlagen machen will, kann das und ist damit hervorragend bedient.

Nach einem kurzen Test der Software und ihren Möglichkeiten habe ich mich also entschieden, sie zu nutzen. Ich konnte nichts erkennen, was jemanden davon abhalten sollte.

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Das Layout

Zuerst also wollte ich mir einige eigenen Seitenlayouts für mein quadratisches Format festlegen. Das geht schnell und ohne Schwierigkeiten. Da die meisten meiner Fotos im Querformat mit dem Seitenverhältnis 3:2 aufgenommen sind, habe ich diese Format auf den Seiten immer wieder in unterschiedlichen Größen genutzt und durch Hochformate ergänzt. Die schönsten und wichtigsten Fotos im Buch sollten auf einer Seite abgebildet sein. Da ich das quadratische Format gewählt hatte, mussten die Fotos auch quadratisch sein. Das erforderte bei der Bildauswahl später meist einen neuen und anderen Bildausschnitt. Fotos über den Bruch des Buches entsprechen nicht meinem Geschmack und mein Empfinden ist, dass das beim Betrachten des Bildes eher störend ist. Hier muss ich erwähnen, dass die Saal-Digital Fotobücher aufgeklappt sehr flach liegen und dass es sicher auch ohne weiteres geht, ein Foto über eine ganze Doppelseite zu ziehen. Ich wollte es aber nicht machen.

Ich habe mir dann zehn unterschiedliche Layouts für die Doppelseiten erstellt und diese im Wechsel genutzt. Einige davon öfter, andere weniger.

Die Fotoauswahl

Der nächste Schritt ist einer, der egal mit welcher Software man Fotobücher erstellt, immer der schwierigste ist: das Aussuchen der Fotos. Ich hatte zu meinem Thema 800 Fotos in eine engere Auswahl genommen. Das Buch sollte aber maximal 100 Seiten haben und ca. 200 bis 250 Fotos zeigen. (Ein guter Schnitt für die Schätzung ist zwei bis drei Fotos pro Seite).

Meine Fotos sind alle im Nikon NEF Format gespeichert und ich bearbeite mit Adobe Lightroom. Die Saal-Design Software ermöglicht zwar eine Bildbearbeitung. Ich rate aber jedem, die Fotos vorher zu bearbeiten und dann in das Album „einzukleben“. Ich habe die Saal-Digital Bildbearbeitung nur genutzt, ganz am Ende, wenn ich den Eindruck hatte, dass ein Bild etwas zu dunkel oder zu hell geworden ist und das dann ganz wenig korrigiert. Wichtig ist noch, dass man die Fotos immer in voller Auflösung und Größe als jpg-Datei speichert und nicht vorher verkleinert. Das kann später zu Problemen führen.

Die Bildplatzierung

Dann ging es an die Platzierung der Fotos im Fotobuch. Technisch ist das sehr einfach mit „drag and drop“, ziehen und fallen lassen. Schwupp ist das Foto da wo es hin soll. Es ist eingepasst in das Seitenverhältnis der Bildbox. Man kann es hier innerhalb des vorgegebenen Seitenverhältnisses noch vergrößern oder den Ausschnitt verschieben. Das habe ich bei den quadratischen Formaten so gemacht. Jedes Foto, das man verwendet hat wird in der Software links auf dem Bildschirm bei den Bildquellen mit einem Haken markiert. Das ist eine nützliche Information. Man kann die Fotos auch direkt aus dem Explorer in die Bildboxen schieben. Dabei kann es passieren, dass ein Bild unabsichtlich doppelt eingefügt wird. Hier wünsche ich mir eine Anzeige oder eine Warnung bei den Bildquellen: „Achtung doppelt.“ (Manchmal will man das ja, oft aber nicht wirklich und mir ist es bei meinem Buch trotz mehrfacher Kontrolle passiert, dass ein Foto doppelt im Buch ist. Also besser aufpassen.)

Wenn alle Bilder eingefügt sind, ist Seiten einfügen und  Seiten verschieben ein Kinderspiel.

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Die Texte

Ich habe mich entschieden, zu den Fotos keine Texte zu schreiben, sondern eine Textseite vorne im Buch einzufügen. Texte werden mit einem Textblock ergänzt. Schriften und Schriftgröße lassen sich schnell auswählen. Allerdings sind die Möglichkeiten hier sehr eingeschränkt. Wenn man ganz kritisch sein will, ist die Textverarbeitung ein Schwachpunkt der Software. Silbentrennung gibt es nicht, keine Rechtschreibprüfung, keine typographischen Besonderheiten wie Abstände vor oder nach einem Absatz oder Aufzählungspunkte. Jetzt könnte man sagen, dass Texte in einem Fotobuch nicht so wichtig sind, aber etwas mehr Komfort könnte man sich hier schon wünschen. Bei einem Fotobuch mit mehr Textseiten, als ich es diesmal gemacht habe, könnte das kritisch werden.

Der Umschlag

Dann bleibt noch der Umschlag. Ich habe mich für ein Foto entschieden, das über Vorder- und Rückseite geht. Der Titel ist mit einem Textblock sehr schnell eingefügt. Auch den Text auf dem Buchrücken zu platzieren ist einfach. Vorsicht dabei: Ich hatte den Titel erstellt nachdem ich mit dem Buch noch nicht ganz fertig war und es gerademal 20 Seiten hatte. Dann habe ich Seiten eingefügt und zuerst nicht gemerkt, dass der Titel nicht mehr auf dem Buchrücken stand. Man sollte das am Ende noch mal überprüfen und auf „Auf Buchrücken“ klicken. Wer das vergisst, kann beim fertigen Buch eine Überraschung erleben. Die Software könnte vielleicht auch automatisch dafür sorgen.

Der Support

Ich hatte überlegt, ob ich auf den Seiten des Fotobuches die Seitenzahlen anzeigen sollte und nach einer Möglichkeit gesucht, ob es automatisch geht. Hier habe ich nichts gefunden und zum ersten Mal den Support angeschrieben über den „Chat“ in der Software. Der sollte eigentlich online sein, wenn es ein „Chat“ wäre. Ich habe ihn nie „online“ gesehen – vielleicht ist er ja auch nie online – und den angebotenen E-Mail Kontakt genutzt. Die Reaktion kommt innerhalb Stunden und das ist hervorragend. Ein Mitarbeiter antwortet präzise und leitet auch Vorschläge weiter an die Entwicklung. Ein sehr guter Support, auch dann in der Kommunikation später über E-Mail, ohne die Software zu nutzen.

Die Seitenzahlen

Also Seitenzahlen gehen nicht automatisch. Ich habe mich dann gegen Seitenzahlen entschieden und empfinde das im Endprodukt auch nicht als einen Mangel. Dabei habe ich allerdings festgestellt, dass die Art und Weise der Seitennummerierung bei der Saal-Design Software schon sehr eigenwillig ist: Die Seite 1 ist die Rückseite des Umschlags und eine linke Seite im Buch. Demzufolge sind alle ungeraden Seiten links und alle geraden Seiten rechts. Das ist komplett verwirrend, wenn man die Paginierung eines normalen Buches kennt. Hier gibt es U1 als erste Umschlagseite (Titelseite) und U4  als Rückseite des Buches. U2 ist die Rückseite der Titelseite und U3 die Vorderseite der Umschlagrückseite. Vielleicht kann man das ändern und sich an Standards halten.

Wissen sollte man dann, dass die Seite 1 nach Saal-Design Software und im fertigen Buch die Rückseite des Umschlags ist. Ein Foto dort ist dann eben dort. Und das ist in einem Buch ungewöhnlich. Als ich das gemerkt hatte, habe ich also die Seite 1 frei gelassen, auf der Seite 2 den Titel wiederholt, die Seite 3 frei gelassen und auf Seite 4 das erste Foto. Für die Rückseite gilt ähnliches: wer nicht will, dass das letzte Foto auf dem Umschlag ist, sollte die letzten beiden Seiten leer einfügen, vielleicht auf die vorletzte linke Seite ein Erstelldatum oder ähnliches unterbringen. Das sieht gut aus so und das kann ich nur jedem empfehlen und das könnte man in der Hilfe irgendwo schreiben und bei den angebotenen Layouts berücksichtigen.

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Der Bestellvorgang

Der Bestellvorgang war einfach. Bezahlen geht mit verschiedenen Möglichkeiten. Ich habe PayPal genutzt. Der Bezahlvorgang hat allerdings ein paarmal geklemmt und erst im dritten Anlauf funktioniert.

Das Hochladen dauert eine Weile. Danach kommt eine Bestätigungs-Mail. Den Stand der Produktion kann man auf der Webseite sehr gut beobachten.

Eine angenehme Überraschung gab es ein paar Stunden nach der Bestellung. Ich bekam einen Link für die Nachbestellung, über den man sich das Buch anschauen und wunderbar animiert darin blättern kann. Den Link kann man an Freunde schicken, die sich dann, wenn sie wollen das Buch ebenfalls bestellen können, oder auch nur anschauen. Leider ist dieser Link nur zwei Monate aktiv. Schade.

Das Fotobuch

Und heute am 22.7. kam das Buch mit DHL. Gut verpackt, unbeschädigt. Ich bin begeistert. Ich hatte befürchtet, dass meine Fotos vielleicht etwas zu dunkel entwickelt wären. Nein, es war goldrichtig. Hervorragende Fotoabzüge mit bester Zeichnung in Licht und Tiefe. Die Farben stimmen, kein Farbstich. Genauso wie es sein soll. Ich hatte übrigens das Fotobuch in „glänzend“ bestellt.

Im Vergleich zu den Fotobüchern, die ich bisher mit Digitaldruck erstellt habe und die ähnlich teuer waren, ist das eine ganze Klasse besser.

Mein Fazit:

Endprodukt und  Service sind hervorragend. Die Software ist sehr gut, mit Platz für Verbesserungen. Bei richtiger Vorbereitung bekommt man ein Buch, das sein Geld wert ist. Besser geht’s nicht.

Hier noch der Link zum Fotobuch, der bis 21.9.2016 erreichbar ist. Wenn Sie die Qualität des Fotobuches selbst beurteilen wollen: einfach bestellen oder selbst eines machen.

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Ein Gedanke zu „Erfahrungsbericht Saal-Digital Fotobuch: Besser geht‘s nicht

  1. Pingback: Enttäuschung bei Fotobüchern von Saal Digital | Meine Fotos und Foto-Tipps

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